Power in den Wellen
Erholungssuchende nutzen die Fähigkeit der Nordsee, Kraft zu spenden, mit Genuss und Erfolg. Bedenklich wird es nur, wenn die Nordsee ihre Kraft zur eigenen Entfaltung einsetzt - denn dann kann sie zur entfesselten „Landschaftsgestalterin“ werden.
Seit Chronisten St. Peter und Ording ihre Aufmerksamkeit schenken, sind Sturmfluten, Landverluste und Veränderungen des Küstenprofils stets Thema der Ortsgeschichte.
Eine einzige Sturmflut „schluckte“ oft Hunderte Meter Dünengelände. Binnen 300 Jahren vereinnahmte das tobende Meer rund 500 ha Land. Andererseits schleppte die Nordsee immer wieder große Mengen Sand heran, um die Küstenlinie neu zu plastizieren. Sie begrub Häfen unter Sand und ließ auch die Furt verschwinden, die ehedem die große Sandbank vom Festland trennte: wo sich heute der makellose Strand bis zum Horizont dehnt, schipperten in den 1920-er Jahren die örtlichen Fischer, um Badegäste zur Sandbank zu bringen.
Sanft gebadet
Behutsam und unkompliziert bittet die Nordsee vor St. Peter-Ording zum Bad. Der Zugang ist flach und die Wassertiefe nimmt nur gemächlich zu. Selbst kleinere Kinder haben damit bei ruhiger See denkbar günstige Voraussetzungen für die Annäherung an das Meer. Auch die Strömungsverhältnisse sind bei Badewetter meist unproblematisch. Gewöhnlich ist die Wasserdrift sanft und zieht je nach Windrichtung parallel zum Strand; nur selten strebt sie dem offenen Meer entgegen.
Norddeutsche Hitze
Die Anwesenheit prachtvoller, niemals weichender Hitze ist für die Nordseeküste keine wirklich typische Eigenschaft - außer für St. Peter-Ording. Seine stets verfügbare Hitze verdankt das Heilbad der einstigen Gepflogenheit, Sandbänken eigene Bezeichnungen - ähnlich einem Flurnamen - zu geben. Das betreffende raumgreifende Areal vor Sankt Peter firmierte damals unter dem Namen „Hitze“. Noch heute ist der historische Titel im örtlichen Wortschatz treu verankert: Menschen, die am Ufersaum nach Bernstein oder anderen erstrebenswerten Gütern suchen, sind in St. Peter-Ording nun mal keine gewöhnlichen Strandläufer, sondern "Hitzlöper".